Barrierebruch-Wahrscheinlichkeit

Anlagerisiken im Blick behalten.

 

Barrierebruch-Wahrscheinlichkeit im Video erklärt:

 

 

I. UBS - einmalig transparent
Haben Sie sich auch schon gefragt, wie wahrscheinlich es ist, dass die Barriere eines Anlage- oder Hebelproduktes erreicht wird? Es wäre verwunderlich, wenn Sie an dieser Stelle mit „Nein“ antworten würden. Schließlich beeinflusst ein Barrierebruch maßgeblich den Wert eines betroffenen strukturierten Produktes. Eine unabhängige Einschätzung der Barrierebruch- Wahrscheinlichkeit kann Investoren daher bei ihrer Entscheidung helfen, ob ein Produkt zu den individuellen Anlagebedürfnissen (noch) passt. Daher startete UBS bereits im August 2014 als erster Anbieter in Deutschland die Veröffentlichung der durch einen Drittanbieter finanzmathematisch berechneten, theoretischen Barrierebruch-Wahrscheinlichkeit und setzte damit einen neuen Transparenzstandard.

II. Was sagt die Barrierebruch-Wahrscheinlichkeit aus?
Die von UBS veröffentlichte Barrierebruch-Wahrscheinlichkeit soll Ihnen helfen, die Wahrscheinlichkeit eines Barrierebruchs realistisch einzuschätzen. Dabei gibt die Barrierebruch-Wahrscheinlichkeit eine Einschätzung an, mit welcher finanzmathematischen Wahrscheinlichkeit es in einem bestimmten Zeitraum zu einem Barrierebruch kommen könnte. Eine Barrierebruch-Wahrscheinlichkeit von 30 Prozent für einen Turbo-Optionsschein beispielsweise sagt aus, dass die Wahrscheinlichkeit eines Barrierebruchs in den kommenden zehn Handelstagen aus heutiger Sicht statistisch bei 30 Prozent liegt. Andersherum ausgedrückt: Die Wahrscheinlichkeit, dass die Barriere in den kommenden zehn Handelstagen hält, liegt bei 70 Prozent.

III. Warum ist die Barriere von solch zentraler Bedeutung?
Eine Barriere entscheidet bei zahlreichen strukturierten Produkten über Zeitpunkt, Art und Höhe der Tilgung. Damit kann die Barriere den Wert eines Produktes maßgeblich beeinflussen. Sowohl bei Hebel- als auch bei Anlageprodukten führt ein Barrierebruch in der Regel zu einem Verlust. Vor diesem Hintergrund stellt die Barrierebruch-Wahrscheinlichkeit eine der möglichen Kennzahlen zur Risikoeinschätzung dar und kann bei einer Anlageentscheidung hilfreich sein. Berührt oder unterschreitet (beziehungsweise überschreitet) zum Beispiel der Kurs des Basiswerts den Stop-Loss von Mini-Futures beziehungsweise die Knock-Out-Barriere von Turbo-Optionsscheinen, wird das betroffene Papier mit sofortiger Wirkung fällig gestellt und zum Restwert zurückgezahlt. Daher werden Mini-Futures und Turbo-Optionsscheine (mit ihren Unterarten) gewöhnlich auch als Knock-Out-Papiere bezeichnet. Bei Anlageprodukten, die mit einer Barriere ausgestattet sind, führt ein Barrierebruch hingegen zum Verlust des bei Emission gewährten bedingten Teilschutzes – bezogen auf das Anlagekapital.

     

     

Grenzen der Aussagekraft

Die Angabe zur Barrierebruch-Wahrscheinlichkeit ist keine Garantie für den Eintritt oder Nichteintritt eines eventuellen Barrierebruchs. Vielmehr handelt es sich um eine finanzmathematisch berechnete theoretische Wahrscheinlichkeit, die unter anderem auf dem aktuellen Kurs und der in Optionen eingepreisten, impliziten Volatilität des Basiswertes sowie statistischen Annahmen basiert. Aufgrund dieser Unsicherheit in der Aussagekraft wird die berechnete Barrierebruch-Wahrscheinlichkeit auch niemals 0,00 Prozent oder 100,00 Prozent erreichen. Stattdessen werden die berechneten Ergebnisse stets zwischen 0,01 und 99,99 Prozent liegen. Eine Barrierebruch-Wahrscheinlichkeit von 0,01 Prozent schließt einen Barrierebruch nicht komplett aus und räumt ein – wenngleich geringes – Restrisiko ein, dass es im Betrachtungszeitraum noch zu einem Barrierebruch kommt. Im Umkehrschluss zeigt eine 99,99- prozentige Barrierebruch-Wahrscheinlichkeit nicht einen sicher anstehenden Barrierebruch an. Nach einem tatsächlich erfolgten Barrierebruch wird die Berechnung der Barrierebruch-Wahrscheinlichkeit eingestellt.


           

 

UBS Hebelprodukte mit Barriere                                                            
Produkt Barriere - Bezeichnung bei UBS Folge eines Barrierebruchs
Turbo Optionsscheine
(X-Turbo Optionsscheine)
Knock-Out Barriere (fixiert) Sofortige Fälligkeit, automatische Auszahlung des Fixbetrages von 0,001 Euro je Schein (Totalverlust)
Open End Turbo Optionsscheine
(X-Open End Turbo Optionsscheine)
Knock-Out Barriere (wird börsentäglich angepasst) Sofortige Fälligkeit, automatische Auszahlung des Fixbetrages von 0,001 Euro je Schein (Totalverlust)
Mini Futures Stop Loss Level (wird börsentäglich angepasst) Sofortige Fälligkeit, automatische Auszahlung eines etwaigen „Stop Loss Abrechnungsbetrags“, mindestens jedoch 0,001 Euro je Schein

 

UBS Anlageprodukte mit Barriere    
Produkt Barriere - Bezeichnung bei UBS Folge eines Barrierebruchs
Bonus Zertifikate
(Capped Bonus Zertifikate)
Kick-Out Level (fixiert) Wegfall des bedingten Teilschutzes zum Laufzeitende: Ausfall der Mindesttilgung des Bonus Levels am Laufzeitende
Aktienanleihen PLUS Kick-In Strike (fixiert) Wegfall des bedingten Teilschutzes zum Laufzeitende: Ausfall der Mindesttilgung des Bonus Levels am Laufzeitende
Discount Zertifikate PLUS Barriere (fixiert) Wegfall des bedingten Teilschutzes zum Laufzeitende: Wandel zum herkömmlichen Discount Zertifikat

 

IV. Wie erfolgt die Berechnung?
Bei der Berechnung der Barrierebruch-Wahrscheinlichkeit spielt die implizite Volatilität des Basiswerts eine entscheidende Rolle. Bei der impliziten Volatilität handelt es sich um die erwartete Kursschwankungsbreite des Basiswerts, die für die Preisbildung am Optionsmarkt wichtig ist. Entsprechend kann die implizite Volatilität für einen Basiswert aus den Optionspreisen mathematisch abgeleitet werden. Der Einfluss auf die Barrierebruch-Wahrscheinlichkeit ist schnell erklärt: Das Risiko eines Barrierebruchs ist zum Beispiel bei einem Produkt auf eine Aktie, für die starke Kursausschläge erwartet werden, höher einzustufen als bei einem Produkt, das sich zu vergleichbaren Konditionen auf eine Aktie mit einer geringeren impliziten Volatilität bezieht. Für Hebelprodukte (Tradingprodukte), die in der Regel deutlich kürzer gehalten werden als Anlageprodukte (Investmentprodukte), wird die Wahrscheinlichkeit errechnet, mit der die Barriere innerhalb der nächsten zehn Handelstage berührt oder über- beziehungsweise unterschritten wird. Dementsprechend wird der Berechnung die kurzfristige (implizite) Zehn-Tage-Volatilität zugrunde gelegt. Bei Anlageprodukten, die oft bis zu ihrer Fälligkeit gehalten werden, wird die Wahrscheinlichkeit eines Barrierebruchs für die noch ausstehende Restlaufzeit des Produktes errechnet. Hierzu werden zunächst die Handelstage gezählt, die noch bis zur Fälligkeit des Produktes anfallen. Für genau diesen Zeitraum (in Handelstagen) wird im Anschluss die am Optionsmarkt vorherrschende, implizite Volatilität des Basiswertkurses ermittelt und der Wahrscheinlichkeitsberechnung zugrunde gelegt. Die Berechnung der Barrierebruch-Wahrscheinlichkeit erfolgt in der Regel während der Börsenhandelszeiten einmal pro Stunde. Mögliche Änderungen von Produktparametern zwischen zwei Aktualisierungen können daher nicht nahtlos berücksichtigt werden. Bitte beachten Sie, dass bei Produkttypen wie Open End Turbo-Optionsscheinen und Mini-Futures das Barriereniveau zwischen zwei Handelstagen angepasst wird, was die Barrierebruch-Wahrscheinlichkeit von Tag zu Tag tendenziell erhöht.

     

     

EDG – mit der Objektivität externer Experten

Für eine möglichst objektive Risikoeinteilung wird die Barrierebruch-Wahrscheinlichkeit nicht von UBS, sondern extern von EDG berechnet. EDG gehört zur vwd group, einem börsennotierten Anbieter von Informations-, Kommunikations- und Technologielösungen für das Wertpapiergeschäft. EDG hat sich auf quantitative Analysen im Finanzbereich spezialisiert. Hierzu zählen Produkt- und Risikobewertungen sowie die Berechnung von Kennzahlen. EDG berechnet die Barrierebruch- Wahrscheinlichkeit zwischen 9.00 und 17.30 Uhr (MEZ) einmal stündlich.


          

 

Barrierebruch-Wahrscheinlichkeit bei Hebelprodukten am Beispiel eines Turbo-Optionsscheins*
Ein fiktiver Turbo Call-Optionsschein auf den DAX wird in der Regel zur Ausnutzung kurzfristiger Tradingopportunitäten eingesetzt. Daher wird zur Berechnung der Barrierebruch-Wahrscheinlichkeit die für die kommenden zehn Handelstage erwartete Volatilität des DAX verwendet. Eine Barrierebruch-Wahrscheinlichkeit von beispielsweise 30 Prozent besagt, dass der DAX – auf der Basis seines aktuellen Barriereabstands und seiner aktuellen Zehn-Tage-Volatilität – in den kommenden zehn Handelstagen mit einer Wahrscheinlichkeit von 30 Prozent auf oder unter die Barriere fällt, was die sofortige Fälligkeit des Open End Turbo Call-Optionsscheins und die Rückzahlung zu 0,001 Euro zur Folge hätte. Im Umkehrschluss bedeutet das Ergebnis, dass es mit einer 70-prozentigen Wahrscheinlichkeit nicht zu einem Barrierebruch kommt.**

Berechnung der Barrierebruch- Wahrscheinlichkeit  für UBS Hebelprodukte mit Barriere  
Produkt Volatilitätsbasis                             Implizierter Zeithorizont
Turbo Optionsscheine
(X-Turbo Optionsscheine)
Implizite Zehn-Tage-Volatilität Zehn Handelstage
Open End Turbo Optionsscheine
(X-Open End Turbo Optionsscheine)
Implizite Zehn-Tage-Volatilität Zehn Handelstage
Mini Futures Implizite Zehn-Tage-Volatilität Zehn Handelstage

 

Barrierebruch-Wahrscheinlichkeit bei Anlageprodukten am Beispiel eines Bonus-Zertifikats*
Ein fiktives Bonus-Zertifikat auf Allianz weist eine Restlaufzeit von 385 Handelstagen auf. Die Erfahrung zeigt, dass Anleger ein Bonus-Zertifikat oftmals bis zur Endfälligkeit im Depot halten. Daher ist es für viele Anleger interessant zu wissen, wie wahrscheinlich ein Barrierebruch bis zur Endfälligkeit ist. Hierzu wird die Barrierebruch-Wahrscheinlichkeit entsprechend der am Optionsmarkt vorherrschenden, impliziten Volatilität der Allianz-Aktie für die kommenden 385 Handelstage berechnet. Ein mögliches Ergebnis von 5 Prozent impliziert demnach, dass ein Barrierebruch in den kommenden 385 Handelstagen mit einer Wahrscheinlichkeit von 5 Prozent auftritt, was zum Ausfall der Mindesttilgung des Bonus-Levels am Laufzeitende führen würde.**

UBS Anlageprodukte mit Barriere
                                                                                  
   
Produkt Volatilitätsbasis Implizierter Zeithorizont
Bonus Zertifikate / Capped Bonus Zertifikate Kurshistorie des Basiswerts entsprechend der
Restlaufzeit des Produkts (in Handelstagen)
Bis zum Laufzeitende
Aktienanleihen PLUS Kurshistorie des Basiswerts entsprechend der
Restlaufzeit des Produkts (in Handelstagen)
Bis zum Laufzeitende
Discount Zertifikate PLUS Kurshistorie des Basiswerts entsprechend der
Restlaufzeit des Produkts (in Handelstagen)
Bis zum Laufzeitende

 

 

* Lediglich zur Verdeutlichung
** Weder vergangene Wertentwicklungen noch auf statistischen Annahmen basierende und nach mathematisch anerkannten Methoden berechnete Wahrscheinlichkeiten wie die Knock-Out-Wahrscheinlichkeit stellen eine verlässliche Indikation für künftige Wertentwicklungen dar. Selbst eine geringe Knock-Out-Wahrscheinlichkeit schützt nicht vor der realen Gefahr eines potenziellen Barrierebruchs und den Folgen daraus.